Warning: Parameter 1 to wp_default_scripts() expected to be a reference, value given in /var/customers/webs/P0081/wp-includes/plugin.php on line 601 Warning: Parameter 1 to wp_default_styles() expected to be a reference, value given in /var/customers/webs/P0081/wp-includes/plugin.php on line 601 Fellsattel - natürlich gefühlvoll reiten

Fellsattel – besser reiten durch mehr Gefühl

Fellsattel vs BaumsattelGar nicht so leicht einen passenden Sattel für das eigene Pferd zu finden. Gerade wenn es ums Anreiten oder den Muskelaufbau geht stellen sich viele Pferdebesitzer die Frage, ob die Investition in einen teuren Markensattel überhaupt Sinn macht wenn dieser doch in wenigen Monaten gar nicht mehr passt?!

Was in anderen Ländern schon längst zur Normalität gehört zeigt sich nun auch hierzulande als ernstzunehmende Alternative für den Pferderücken – der Fellsattel.

 

Nicht als Konkurrenz zum standardmäßigen Baumsattel sondern vielmehr als alternative Möglichkeit, so soll der Fellsattel von Reitern aufgenommen werden. Ob nach langer krankheitsbedingter Pause, als Übergangsvariante oder Lösung für Pferde mit Problemrücken – ganz ohne starren Sattelbaum bieten Fellsättel nicht nur im Bereich der Freizeitreiterei neue und bequeme Ansätze. Zwar mag diese Art des Pferdesattels auf den ersten Blick befremdlich scheinen, doch die Vorteile die der weiche Lammfellsitz mit sich bringt sind nicht von der Hand zu weisen.

 

Fellsattel – natürlich neues Reitgefühl

 

Sowohl bei der Jungpferdeausbildung als auch bei bereits ausgebildeten Reitpferden oder Korrekturpferden ist der Fellsattel längst über den Status des Lückenbüßers hinaus. Als vielseitiger Begleiter möchten ihn Fellsattelreiter gar nicht mehr missen und haben ihn als festen Bestandteil in den Sattelschrank einziehen lassen. Die Gründe dafür sind durchaus nachvollziehbar, insbesondere wenn man neben den wirklich hohen Kosten bei der Anschaffung eines guten und passenden Sattels bedenkt, wie wenig es tatsächlich braucht bevor der aufwendig angepasste Traum nicht mehr ideal sitzt. Starrer Baum, dicke Polsterung, rutschiges Leder – eine feinfühlige Hilfengebung bleibt da schnell auf der Strecke.

Doch nicht nur die unmittelbare Kommunikation zwischen Pferd und Reiter ist es, die den Fellsattel zu einer solch zunehmend beliebten Alternative werden lässt. Mit der außergewöhnlichen Bewegungsfreiheit für Pferd und Reiter trägt er maßgeblich zur Verbesserung des unabhängigen Sitzes bei, indem er das Gleichgewichtsgefühl und die Körperwahrnehmung des Reiters fördert und unterstützt, während gleichzeitig eine deutliche Bewegungsübertragung stattfinden kann. Weil sich kein störendes Material zwischen Mensch und Tier befindet können die Schwingungen des Pferderückens direkt über die Hüfte des Reiters durch dessen Körper „fließen“ – für ein Reiterlebnis der besonderen Art, ganz natürlich.

 

Schaffell – viel mehr als nur kuschelig

 

Teurer Fachmann zur Anpassung des Sattels? Nicht beim Fellsattel, der liegt nämlich auf nahezu jedem Pferderücken ohne die Bewegung einzuschränken. Auch wenn alle Fellsattel-Modelle prinzipiell für jeden Pferdetyp geeignet sind, der Vergleich einzelner Hersteller ist in jedem Fall empfehlenswert. Während insbesondere Christ, Grandeur und Eclipse eine große Auswahl hochwertiger Fellsättel für unterschiedlichste individuelle Vorlieben anbietet, haben diese eines gemeinsam: das Schaf- oder auch Lammfell.

Schaf-FellsattelAtmungsaktiv, strapazierfähig und temperaturausgleichend in jeder Jahreszeit – Lammfell ist ein Naturprodukt und gerade sein therapeutischer Wert spricht für die Verwendung direkt auf dem Pferderücken. Weil sich ein natürliches Luftpolster bildet, können Druckstellen vermieden werden und speziell druckempfindliche Haut profitiert von den medizinischen Eigenschaften des Lammfells, das zu 100 Prozent aus Eiweißproteinen besteht. Da Eiweiß kein Nährboden für Viren und Bakterien darstellt, wirkt das Lammfell nicht nur antibakteriell, sondern schützt die Haut durch seine natürliche Selbstreinigungsfunktion. Wollfasern können bis zu 30 Prozent Feuchtigkeit aufnehmen ohne sich dabei klamm oder kalt anzufühlen, während ihre Schuppenstruktur Schmutz regelrecht abweist. Das ist auch der Grund, warum Lammfell-Produkte so pflegeleicht sind – in aller Regel reicht regelmäßiges Ausschütteln und Lüften um die Wolle selbst aufzufrischen und Gerüche zu neutralisieren.

Angesichts der vielen positiven Materialeigenschaften ist es auch nicht notwendig, eine zusätzliche Satteldecke oder Unterlage unter dem Fellsattel zu verwenden.

 

Fellsattel – Übergangslösung oder echte Alternative?

 

Die Entscheidung für einen hochwertigen Fellsattel macht unabhängig, zumindest was Sattler und deren kostspieliges Angebot vom Sattelkauf bis zur Anpassung oder Aufpolsterung angeht. Während ein Baumsattel passt oder eben nicht, kann dieser Entwicklungsveränderungen aufgrund seiner starren Passform nicht ohne aufwendige Umarbeitung begleiten. Zwar lassen sich mit verschiedensten Sattelunterlagen teilweise ausgleichen, passender wird der Sattel selbst dadurch allerdings nicht. Fellsättel hingegen sind flexibel einsetzbar und können ganz nach individuellen Vorlieben ausgewählt werden. Im Turniersport bisher nicht zugelassen, bieten die kuscheligen Auflagen aber auch für Sportreiter im Training eine gute Alternative – wer die Abwechslung sucht, sein Pferd spüren möchte um ein feineres Reiten zu erreichen, der wird mit einem Fellsattel eine gute Entscheidung treffen. Im Übrigen hat sich auch aus der vorübergehenden Verwendung hin und wieder sogar eine Langzeitlösung entwickelt.

 

Gründe, bei denen über einen Fellsattel nachgedacht werden sollte

 

Ein Fellsattel kommt gern dann zum Einsatz, wenn sich keine andere Möglichkeit bietet – die Nutzung wird also quasi erst als Notlösung in Betracht gezogen, wenn nur das Reiten ohne Sattel eine Option wäre. Gründe dafür können folgende sein:

horse-536103_640 es gibt scheinbar keinen passenden Sattel
regelmäßige Polsterarbeiten am Baumsattel werden als störend empfunden
es wird etwas für die Übergangszeit gebraucht weil etwaiger Muskelabbau durch fehlende Arbeit befürchtet wird während der Sattel beim Sattler ist oder ein Maßsattel angepasst wird
das Jungpferd befindet sich in Ausbildung und verändert sich sehr schnell
durch eine (krankheits- oder wetterbedingte) Pause passt der Baumsattel vorübergehend nicht mehr
das Pferd verändert seine Figur je nach Jahreszeit im Sommer und Winter sehr stark
es muss ein bezahlbarer und passender (!) Ponysattel her
altersbedingte Veränderungen am noch reitbaren Pferd sollen aufgefangen werden

Und ganz unabhängig von den Gründen, die vorrangig das Pferd betreffen gibt es auch Unannehmlichkeiten beim Reiter die beim Reiten mit einem Baumsattel auftreten können. Nicht immer ist das für das Pferd am besten geeignete Modell auch jenes, das dem Reiter zugutekommt. Manche Sättel mit festem Baum sind zu hart, andere wieder zu weich. Schnell kann es passieren, dass insbesondere wenn die Sitzfläche auf das andere Geschlecht ausgelegt ist, man im Intimbereich Schmerzen empfindet oder sich gar wund scheuert. Mit einem Fellsattel sind solche – zugegebenermaßen unschönen – Probleme Vergangenheit!

 

Ein Wort zum Thema Druck

 

Anders als bei einem Sattel mit festem Baum passt sich ein Fellsattel dem Pferderücken viel besser an, er sitzt quasi immer. Dabei ist die Länge des Fellsattels selbst ebenso „unwichtig“ für das Pferd wie die die Sitzfläche – beide Variablen sind bei einem Baumsattel mitentscheidend für einen guten Sitz, können beim flexiblen Lammfellmodell jedoch individuell vom Reiter abhängig gemacht werden, weil eine Belastung nur an Stellen mit aufliegendem Gewicht stattfindet.

Druck, das ist gemäß der physikalischen Definition die Kraft, die senkrecht auf eine Fläche einwirkt. Viele Studien zum Thema Druckverteilung bei Sätteln befassen sich jedoch gar nicht mit der tatsächlichen Last sondern sehen diese nur als Verhältnis an, sodass es keine festgelegten Werte gibt ab denen punktueller Druck als schädlich angesehen werden kann. Die Folgen von zu viel Druck jedoch sind eindeutig:

Muskelatrophie infolge einer gestörten Durchblutung
Berührungsempfindlichkeit durch eine Entzündung des betroffenen Muskels
allgemeine Muskelverspannungen und –Verhärtungen
Knochenhautentzündungen mit der Gefahr von Verknöcherungen

Mehr zum Thema Druckverteilung, Auswirkungen und Messergebnisse gibt es hier.

 

 

Was das Reiten mit einem Fellsattel angeht gibt es mittlerweile wohl ebenso viele Meinungen wie Reiter selbst. Viele positive Stimmen und Erfahrungen zeigen, dass ein Fellsattel eine wirklich gute Alternative zum üblichen Baumsattel ist – zumindest bei optimaler Passform und sachgemäßer Nutzung.

Wer sich gut informiert dem Thema Reiten im Fellsattel widmet, der kann ein völlig neues Reitgefühl erleben – freier, entspannter, feinfühliger.